Günter BauerToni SchöllhornBrigitte David-Gründler

Im Finstern mit 140 Särgen

In der Kaisergruft unter der Kapuzinerkirche – es war Abend und kein Besucher mehr anwesend – hatte ich bereits einige Räume fotografiert. Beim Wechseln von der Franz-Josefs-Gruft in die Kapelle, wo die letzte Kaiserin Zita ihre Ruhestätte hat, ging plötzlich das Licht aus. Der Kapuzinerpater, der irrtümlicherweise den Hauptschalter für die unteren Räume ausschaltete, hörte meine Schreie nach Licht nicht.

Meine Gefühle sind kaum zu beschreiben. Stative mit Kameras und Lampen verbunden durch Kabel können bei einer unkontrollierten Bewegung eine Kettenreaktion auslösen. Mein einziger „Rettungsanker“ war die Taschenlampe im Fotokoffer, der irgendwo im Raum stand. So tastete ich mich Zentimeter um Zentimeter vorwärts in der Hoffnung, dass die Lampe auch funktioniert. Nach einigen Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, dann die Erlösung: Die Lampe funktionierte! Der Blutdruck erreichte rasch wieder die normalen Werte.