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Der Fotograf und das Seifenkistl

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Hochgebirgsfotografie war immer schon eine schweißtreibende und kräfteverzehrende Schwerarbeit. Ritten die Fotopioniere im 18. Jahrhundert noch hoch zu Ross mit Großbildkamera, Entwicklungszelt, Glasplatten und den für Emulsionsguss und Entwicklungsprozess benötigten Chemikalien auf Packpferd zum hochalpinen Aufnahmestandpunkt, so mussten die Landschaftsfotografen vor 40 Jahren ihren bis zu 25 kg schweren Rucksack mit Linhofkamera, 3 Rückteilen, 2 Dutzend Glasplatten, 1 Dutzend Planfilmen, 36 dazupassenden Kassetten, 5 Objektiven, einem schweren Stativ und im Winter noch mit Schneetellern, Schneereifen und Schiausrüstung mit eigener Kraft in die alpine Höhenlage bringen.

Wie froh waren sie da, hier und da für diese Arbeit einen Hüttenmuli oder eine Materialseilbahn zu finden. Und das größte Glück bedeutete für sie, wenn sie kräfteschonend und zeitsparend neben ihrem Gepäck selbst in so einem zerbrechlichen Seifenkistl über Schluchten und Almwiesen dem Ziel entgegenschweben konnten.

Und da gab es in den Kitzbühler Alpen auch so ein Seifenkistl mit einer großen Tafel: Personenbeförderung bei strengster Strafe behördlich verboten. Und das geschulte Fotografenauge konnte darunter auf einem kleinen Schild noch lesen: Fahrpreis pro Person 10,– Schilling.